Pumpausbildung in der Wüste – THW Helfer Michael Nätscher im Auslandseinsatz in Jordanien

Das Flüchtlingslager Al Za‘atari liegt im Norden Jordaniens. Dort leben über 80 000 Menschen, die vor Krieg und Verfolgung Zuflucht suchen. Al Za‘atari liegt in einer Wüstenregion, die Sommer sind sehr heiß und trocken. Im Winter kann es durch heftige Regenfälle zu Überschwemmungen kommen. Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des jordanischen Zivilschutzes – dem General Directorate of Jordan Civil Defense (JCD) – und des THW werden im Flüchtlingslager ehrenamtliche Einsatzkräfte ausgebildet, die in Notsituationen Hilfe leisten. Der Lohrer THW-Helfer Michael Nätscher war für 12 Tage in Jordanien, um dort die Ausbildung zu unterstützen.

Eine angepasste THW-Grundausbildung hatten die Freiwilligen vor Ort bereits absolviert und begannen nun die Spezialausbildung zur Vertiefung verschiedener Themen. Als Mentor brachte Michael Nätscher sein fundiertes THW-Wissen ein. Er stand den Ausbildern des jordanischen Zivilschutzes zum Thema Arbeiten mit Pumpen und Arbeitssicherheit zur Seite. Die freiwilligen Helfer/innen und jordanischen Ausbilder zeigten sich sehr wissbegierig, Nätschers Tricks, Kniffe und Verbesserungsvorschläge wurden dankbar angenommen. So lernten die Teilnehmer/innen schnell den Aufbau einer Materialablage, eine Pumpe richtig zu sichern, in Betrieb zu nehmen und kleinere Wartungsarbeiten selbst durch zu führen. Alle Teilnehmer, egal welchen Geschlechts oder Herkunft, waren sehr motiviert bei der Sache und man begegnete sich stets auf Augenhöhe, berichtet Michael Nätscher. Die meisten Bewohner in Al Za’atari, ob Erwachsene oder Kinder, haben nie Schwimmen gelernt. In den Wintermonaten suchen oft heftige Regenfälle die Region heim. In der hügeligen Landschaft bilden sich schnell Mulden und Seen, die für Mensch und Tier zur Gefahr werden. Die freiwilligen Helfer/innen sind dann mit den Pumpen gefragt, um die Seen aus zu pumpen bzw. umzuleiten und die Gefahrenlage schnell zu beseitigen.

Ein großes Thema der Ausbildung behandelte genau diese Gefahren durch Sturzfluten und gab den Freiwilligen umfassende Informationen zur Gewässerkunde, zur Eigensicherung und Sicherung des Materials an die Hand. Auch die richtige Verwendung von Sandsäcken, vom Befüllen bis zum Bau einer Sandsackbarriere, wurde thematisiert und geübt. Weitere Stationen, die von den JCD-Ausbildern und THW-Mentoren betreut wurden, beschäftigten sich mit der Ersten Hilfe und leichter Brandbekämpfung. Am Ende der 10-tägigen Ausbildung waren alle Teilnehmer/innen zu eingespielten Teams zusammengewachsen und nahmen stolz ihre Zertifikate entgegen. Für Michael Nätscher hieß es nun schon wieder Abschied nehmen und zurück nach Deutschland zu fliegen. Dies war sein 13. Einsatz für das THW im Ausland. Die vielen freundlichen Begegnungen mit anderen Menschen, die Eindrücke aus anderen Kulturen und das Gefühl Menschen in Not zu helfen sind seine Motivation, sich auch weiterhin im In- und Ausland für das THW zu engagieren, wann immer seine Hilfe gefragt ist

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