Von denen die losziehen, um zu helfen. Auslandseinsatz "Wasser für Beirut" 1982

Am 04. August 2020 ereigneten sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut mehrere schwere Explosionen. Ein 50-köpfiges Team der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) des Technischen Hilfswerkes war schon am nächsten Tag unterwegs, um in Beirut humanitäre Hilfe zu leisten. Sie sondierten die Lage, begannen mit der Bergung und Rettung von Verschütteten und unterstützten die Arbeit der Deutschen Botschaft. Inzwischen ist der Einsatz beendet und alle Einsatzkräfte sind nach Hause zurückgekehrt.

Der Einsatz nach der Explosion in Beirut war nicht der erste des THW im Libanon. Unsere Lohrer THW Helfer Karl-Herrmann Hummel, Dieter Kreutz und Helmut Nätscher erinnern sich an ihren Auslandseinsatz „Wasser für Beirut“ im Jahr 1982.

In der libanesischen Hauptstadt waren damals die Wasserleitungen durch Bürgerkrieg und Bombenabwürfen zerstört. 75 THW Helfer aus ganz Deutschland setzten in einem vierwöchigen Einsatz unzählige Trinkwasser- und Abwasserleitungen instand und ermöglichten vielen Menschen in der Beiruter Innenstadt den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Neben den drei Lohrern waren aus der Region auch Kameraden aus den Ortsverbänden Karstadt, Marktheidenfeld und Würzburg beteiligt.

Karl-Hermann Hummel erzählt: Der Libanon ist ein schönes Land mit freundlichen Menschen, die sich sehr über die humanitäre Hilfe des THW gefreut habe. Jeden Morgen um 5 Uhr begann der Tag für die Helfer, die ihr Camp an der Strandpromenade „Avenue Charles de Gaulle“, errichtet hatten. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde bis in die Abendstunden gearbeitet. Stolz waren die libanesischen Kinder, die die Baustellen neugierig beobachteten, wenn sie mal mit anpacken durften. Immer wieder bewirtete die Bevölkerung die Helfer mit Obst und Kaffee und brachte damit ihre Dankbarkeit zum Ausdruck. Oft entwickelten sich interessante Gespräche mit den Einheimischen berichtet Hummel. Am Abend zurück im Camp nahmen Karl-Herrmann und sein Kollege Ulli vom OV Würzburg per Funk Kontakt mit Deutschland auf. Eine kurze Nachricht per Telefon oder SMS gab es damals noch nicht. So waren die Angehörigen zu Hause froh über den Austausch per Amateurfunk, der regelmäßig, mit den beteiligten Ortsverbänden in Deutschland und der Einsatzzentrale in Bonn, stattfand.

Nach vierwöchigem Einsatz kehrten die Helfer mit reichem Erfahrungsschatz nach Lohr zurück. Der damalige Lohrer Bürgermeister Gerd Graf beglückwünschte die drei für ihre gesunde Rückkehr und sprach seine Anerkennung für den geleisteten Hilfseinsatz aus.

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